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Golden Moments

Donnerstag, 25. Juni 2020 (21:09:33 Uhr)

Im 1. Endspiel um die Württembergische C-Jugendmeisterschaft 1988 erwartete die TGB den TV Nenningen. 300 Zuschauer fanden den Weg in die PG-Halle. Von vorneherein stellte sich die Frage wie die TG-Jungs mit den körperlich überlegenen Gästen die zudem eine eher rustikale Gangart bevorzugten zurecht kamen.


Es schien zunächst so, als sollte dies zum großen Problem werden, Nenningen kam besser in die Partie und führte nach wenigen Minuten mit 3 Toren. Unsere Jungs ließen sich aber nur kurz beeindrucken, in der 20. Minuten wurde erstmals der Ausgleich zum 7-7 erzielt, wir packten bis zur Halbzeit sogar noch „einen“ drauf und gingen mit 10-8 in Führung. Nach der Pause erwischten abermals die Nenninger den besseren Start und verkürzten auf 12-11. Die TG-Trainer stellten die Abwehr auf eine doppelte Manndeckung um. Mit Erfolg, die Gäste verloren völlig den Faden, die Biber zogen auf 19-13 davon. Dieser Vorsprung wurde ins Ziel gebracht, überraschend deutlich gewann wir mit 21-15. Das musste es doch sein?


TG-Trainer Hummler wurde nach dem Spiel in der Presse zitiert „das war’s noch nicht“. Übertriebener Pessimismus? 1 Woche später - Ende März - machte sich einen Reisebus mit Mannschaft und Fans auf nach Nenningen zum Rückspiel. Die Nenninger machten von Beginn an klar, dass Sie alles in die Waagschale werfen werden. Erneut kamen wir überhaupt nicht ins Spiel, nach 15 min war der Vorsprung fast weg - die Filstäler lagen mit 9-5 in Front, aus blaugelber Sicht musste man das Schlimmste befürchten. Die Biber berappelten sich aber erneut, bis zur Halbzeit konnte auf 10-9 verkürzt werden. Das schien nun aber mehr als die halbe Miete. Die Halbzeitpause tat aber in 1. Linie dem TV N gut, die Einheimischen legten erneut los wie die Feuerwehr, nach kurzer Zeit hieß der neue Zwischenstand 16-12. Biberach war nun völlig aus der Spur, 1 Minute vor Spielende stand es 20-14 für Nenningen, zudem Ballbesitz für die Einheimischen- und wir brauchten unbedingt ein Tor. Das Tor machte dann Nenningen, 21-14 und nur noch 15 Sekunden! Es sollte das letzte Tor bleiben! Der TVN jubelte, wir waren am Boden, 1 Tor fehlte in die Verlängerung.
In den Wochen danach wurden kurz die Wunden geleckt, danach die Planung auf 1990 ausgerichtet, im 2. B-Jugendjahr sollte ein neuer Versuch unternommen werden. Das erste B-Jugendjahr als wir bis auf Dani Dullenkopf den komplett jüngeren Jahrgang stellten war der Titel illusorisch, wir sahen es als aktive Vorbereitung. Nach dieser „Überbrückungssaison“ schafften wir im Frühjahr 1989 problemlos den Sprung in eine der beiden Oberligastaffeln, das Ziel hier war klar definiert- mindestens Platz 2 um erneut in das Halbfinale der württembergischen Meisterschaft einzuziehen. Kontrahenten um die TOP-Plätze waren der Bundesliga- Nachwuchs aus Göppingen - und - der TV Nenningen! Dieses Mal gaben sich unsere Jungs keine Blöße. Wir spielten eine bärenstarke Runde. Nenningen besiegten wir 2x , die einzige Niederlage gab es gegen Göppingen, am Ende standen 21:3 Punkte, 249:176 Tore und damit Platz 1 zu buche. Das Halbfinale war erreicht. In der anderen Oberliga-Staffel empfingen wir zunächst zuhause den SF Wernau der Platz 2 hinter Kleinbottwar erreichte. Es galt also zunächst vorzulegen, mit einer „Beton“-Abwehr und einer konsequenten Chancenausnutzung sprang am Ende ein klarer 17-10 Sieg heraus.


Im Rückspiel 1 Woche wurde mit einer eher sehr durchschnittlichen Leistung ein Unentschieden erreicht und damit der erneute Einzug ins Württembergische Finale erreicht. Gegner sollte hier Kleinbottwar sein, die sich knapp gegen Göppingen durchsetzten. Wieder einmal hatte die TG zunächst Heimrecht, erneut fanden sich über 300 Zuschauer in der PG-Halle ein. Das Thema Abwehr-Beton stand auf unserer Agenda wieder ganz oben, das gleiche galt auch für die Gäste. So war es nicht verwunderlich, dass sich ein zähes Spiel entwickelte in dem wir uns nur ganz langsam etwas absetzen konnten. Am Ende war es dann ein 4 Tore-Vorsprung beim 15-11 Endstand. Aber so was ähnliches hatten wir ja schon mal 2 Jahre vorher.


1 Woche später machte sich erneut ein Reisebus mit Fans und einer wild entschlossenen Mannschaft auf den Weg ins Bottwartal. Dieses Mal wollten wir es uns nicht nehmen lassen. Mit 400 Fans im Rücken setzte uns Kleinbottwar gewaltig unter Druck, ständig rannten wir einem Rückstand von 1-2 Toren hinterher, zur Halbzeit schafften wir beim 9-9 aber den Ausgleich. So ähnlich war es auch 2 Jahre zuvor- und es sollte sich zunächst der fast gleiche Film weiter abspielen. Kleinbottwar nahm Andreas von Römer und Peter Engel in Manndeckung, dies zeigte Wirkung, plötzlich stand es 13-10 für die Gastgeber, wir wackelten erneut.


Dieses Szenario doppelte Manndeckung begleitete uns schon das ganze Jahr, entsprechend hatten wir uns darauf aber vorbereitet. Philipp Forster brachte uns mit 2 Toren wieder auf Schlagdistanz und unser Riese im Tor Uwe Ströbele machte nun die Schotten dicht. Wenige Minuten vor Spielende hatten wir zum 16-16 ausgeglichen. Die Körpersprache signalisierte nun, dass es reichen könnte. Und in der Tat, als wenige Sekunde vor Spielende das 19-19 geworfen wurde, gab es zum Schlusspfiff kein „Halten“ mehr.


Württembergischer B- Jugendmeister: TG Biberach!!!


Das Saisonziel wurde mit nur einer einzigen Niederlage erreicht, die Saison war damit aber noch nicht beendet. Wir hatten uns für das Halbfinale der Süddeutschen Meisterschaft qualifiziert, hier bekamen wir es mit dem südbadischen Meister SV Kappel zu tun, davon aber später mehr.


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